Unsere Katzen
Katerle
Am 26. Januar 1987 tauchte ein junger rotgestromter Kater in unserer Reihenhaussiedlung auf. Er war vermutlich ein Weihnachtsgeschenk, das nicht mehr erwünscht war. Vielleicht hatten seine Menschen nicht bedacht, dass Katzen gern an Polstermöbeln und anderswo kratzen, um ihr Revier zu kennzeichnen, wie es eben ihre Art ist.
Wir saßen gerade beim Frühstück, als wir ein klägliches Miauen hörten. Es kam aus dem Gäste-WC im Erdgeschoss. Ein Kater war durch das schmale Fenster gesprungen. Ich begrüßte ihn, und er folgte mir zum Esstisch. Er war wohl sehr hungrig. Da wir kein Katzenfutter im Haus hatten, spendierte ich unserem Besucher mein Frühstücksei, das er gern aß.
Wir kümmerten uns um diesen zugelaufenen Kater. Die Polizei riet uns, wir sollten versuchen, die Menschen ausfindig zu machen, die den Kater ausgesetzt hatten. Wenn uns das nicht gelinge, gäbe es zwei Möglichkeiten: den Kater im Tierheim abzugeben oder ihn bei uns aufzunehmen. Also hängten wir in unserer Straße mehrere Zettel aus.
Da sich nach einer angemessenen Zeit niemand bei uns meldete, nahmen wir den Kater ganz bei uns auf.
Wir kamen nie dazu, diesem lieben und sehr anhänglichen Kater einen richtigen Namen zu geben. Er war für uns das "Katerle".
Einse Tages kam ich erst am Nachmittag nach Hause. Ein Nachbar sagte mir etwas vorwurfsvoll, dass Katerle schon lange auf mich warte. Ich rechtfertigte mich mit dem Hinweis, dass ich unserem Katerle mitteilte, dass ich wegen einer Lehrerkonferenz später komme. Er habe wohl nicht richtig zugehört.
Unsere Katzen
Charly
Ab Sommer 1999 erkundete Charly unsere familiäre Situation und nahm immer engeren Kontakt auf. Er suchte sich ein neues Zuhause.
Warum?
Im November 1999 setzten ihn böse Nachbarn aus. Diesen Nachbarn war wegen grober Vernachlässigung das Sorgerecht für zwei ihrer Kinder entzogen worden. Zwei kleinere Kinder wohnten noch bei ihrer Mutter in dem Reihenhaus. Ob der Vater der beiden Kleinen auch dort wohnte, weiß ich nicht. Eines Tages ereignete sich etwas, was zu einer Tragödie hätte werden können: Ich sah von meinem Haus aus, dass im 1. Stockwerk der zwei- oder dreijährige Sohn der Nachbarin auf dem Fensterbrett stand und herunterzufallen drohte. Ich rannte zu der Nachbarin, klingelte Sturm, sie öffnete das Fenster und ich schrie "Ihr Kind fällt gleich herunter!" Anstatt selber zu dem Fenster zu rennen und das Kind zu retten, rief die Nachbarin ihre vielleicht sieben- oder achtjährige Tochter, die ihren Bruder vom Fensterbrettt hob. Eigentlich hätte ich diesen Vorfall der Polizei melden müssen. Dann wären dieser Rabenmutter wohl auch noch diese beiden kleinern Kinder weggenommen worden.
Wie dem auch sei, kurz nach diesem Vorfall zogen diese Nachbarn aus. Sie wollten an einem anderen Ort, an dem man sie nicht kannte, ein neues Familienleben beginnen. Ihre zwei kleinen Kinder konnten nicht weglaufen. Aber der Kater Charly konnte es. Sie nahmen Charly zuerst mit, dann setzten sie ihn wieder in unserer Reihenhaussiedlung aus. Seine Menschen wollten ihn loswerden.
Wir gewährten Charly erst Asyl und dann Dauerwohnrecht. Das gefiel ihm sehr und uns auch.
Er wurde immer zutraulicher und adoptierte uns schnell.
Charlys Alter: unbekannt
Wir versorgten eine ganze Zeit lang zwei Kater. Unser Katerle war der Chef. Das zeigte er dem neuen Familienmitglied regelmäßig, indem er Charly leicht auf die Nase hieb. Charly akzeptierte diese Kratzer. Unsere beiden Kater verstanden sich immer besser. Katzen haben ein feines Gehör. Die laute Knallerei, mit der das neue Jahr begrüßt wurde, versetzte sie in große Angst. Dann saßen sie zitternd vor der Kellertür und suchten im Keller Schutz.
So verzierte ich die Tür unseres kleinen Gerätehäuschens auf der Terrasse. Das Rauchen hatte ich allerdings schon aufgegeben, bevor wir unser Reihenhaus bezogen.


























