Nr. 9: Einschulung
Als ich als Heranwachsender noch bei meinen Eltern wohnte, lebte im Nachbarhaus der allseits beliebte kleine Uwe, so nenne ich ihn jetzt einfach mal, da ich seinen wirklichen Namen nicht mehr weiß. Uwe war ein ganz aufgewecktes Kind und erzählte allen stolz, dass er nun nicht mehr zu den Kleinen gerechnet werden dürfe, da er bald eingeschult werde, und da sei man eben nicht mehr klein, wie eigentlich alle wissen müssten. Immerhin war er mit seinen 6 Jahren auch schon mehr als doppelt so alt wie seine Schwester, die erst 2 Jahre zählte.
Meine Mutter fand das alles sehr lustig und fragte eines Tages unseren jungen Nachbarn:
„Na, Uwe, freust du dich denn auf die Schule?“ „Türlich“, sagte der Knirps mit Bestimmtheit,
„Da kann man ja noch was zulernen.“
Hoch motiviert begann also Uwe seine Schullaufbahn. Er war ein begeisterter Schüler.
Nach unserem Umzug in einen anderen Stadtteil verloren wir uns aus den Augen. Ich bin mir aber sicher, dass Uwe seinen Weg gemacht hat. Bei einer solchen klaren Überzeugung vom Wert des Schulunterrichtes und hoher Leistungsmotivation konnte es gar nicht anders sein.

