Nr. 48: Denglisch

Um es gleich vorwegzunehmen: ich liebe die englische Sprache und habe sie gern viele Jahre lang am Gymnasium unter-richtet. Um diese Sprache in England besser zu lernen und auch viel über die englische Kultur zu erfahren, unterbrach ich mein Universitätsstudium in Hamburg und unterrichtete ein Jahr lang als Assistant Teacher Deutsch in Newcastle upon Tyne, also im sogenannten Geordie Country.

Informationen zum Geordie Country:

      Übersicht mit KI

      "Geordie Country" refers to the region in North East England around Newcastle upon Tyne, also informally called                      Geordieland. It is the homeland of the "Geordie" people, who are native or inhabitants of this area, and the specific                accent and dialect of English spoken there.

       Location: Primarily the Tyneside area, which includes the city of Newcastle upon Tyne and the neighboring town of                Gateshead, linked by the River Tyne's bridges. The term can sometimes be used more loosely for the entire North East,          though this may cause offense to people in neighboring regions like Sunderland or Durham.

      History: The Geordie dialect evolved from the old Northumbrian dialect and has distinct features because of the                       region's unique history, particularly the Industrial Revolution and the expansion of coal mining.

      Characteristics: The accent is a highly recognizable part of the United Kingdom and shares some similarities with                     dialects in Scotland and other parts of the North East.

      Identity: The term "Geordie" is also a source of regional pride, as it became an affectionate label for the area and its              people, who were historically associated with the mining and shipping industries.

Quellenangabe: Google, Stichwort „Geordie Country“

      Ich betone noch einmal, dass ich die englische Sprache sehr mag. Aber ich verabscheue das sogenannte Denglisch,                 diese alberne Mischung aus deutschen und englischen Wörtern und Redewendungen, die auf Englisch anders verwen-           det werden oder gar nicht existieren. Damit wird unsere schöne deutsche Sprache verhunzt.  

      Dazu switche ich jetzt in den Narrativmodus. Deal? 

      Boah! Das ging echt voll quick. 

      Seid Ihr, liebe Leserinnen und Leser meiner Homepage, ready für meine Message oder wollt Ihr erst noch relativ cool               chillen und Euch dann auf mein Narrativ fokussieren? Kriege ich ein Feedback von Euch? Deal? 

      Ich gehe jetzt den nächsten Step. Whatever it takes. Nun bin ich mitten drin in meinem Flow und werde mindestens 120         Prozent geben und abliefern und alles raushauen, was ich habe. 

      Das könnt Ihr schon an meiner Körpersprache erkennen:

Nein, nicht so,  sondern so  -------------------->

 

Ich habe das doch extra zu Hause vor dem Spiegel geübt.

Muss ich noch etwas aufarbeiten? Habe ich einen toughen Zeitplan? Braucht es einen Deal?

Halt, so kann ich nicht weiter schreiben. Dieses alberne Neudeutsch mit so viel Denglisch ist meinem Alter nicht ange-messen, in dem die Hoffnung immer stärker von der Erinnerung verdrängt wird.

Also werde ich mich einer höheren Sprachebene befleißigen. 

„Das ist sehr löblich“ würde mich einer meiner Schulleiter ermuntern, der seine Sprache dank der Lektüre der Werke Goethes und Schillers veredelte.

Ein schlimmes abschreckendes Beispiel für Denglisch: 

In Bodybags brachten die Amerikaner ihre im Vietnamkrieg Gefallenen nach Hause. Ein Deutscher produzierte flache Damenhandtaschen, die eng am Körper anliegen. Er nannte sie „Bodybags“, und dann wunderte er sich, dass er diese Handtaschen in den englischsprachigen Ländern kaum verkaufen konnte. Da kann ich auf Sächsisch nur sagen: „So ein Blaatsch!“ Das ist auf Hochdeutsch ein Tolpatsch oder Depp. Diesem Blaatsch könnte ich auch zurufen: „Wenn Du so lang wärst wie Du dumm bist, dann könnste aus der Dachrinne saufen!“ 

Warum übernehmen deutsche Muttersprachler so gern Wörter aus anderen Sprachen? Wollen sie damit angeben? Reicht ihnen die deutsche Sprache nicht? Ich weiß es nicht.

Vor dem 17. Jahrhundert unterhielten sich Adlige auf Latein. Danach wurde Französisch die Sprache, in der sich die Adligen unterhielten, auch außerhalb der Gebiete, die zu Frankreich gehörten. Das galt auch für Friedrich den Großen. Nur seine Soldaten, Bauern und auch seine Pferde sprach er auf Deutsch an. Deutsch und Russisch galten als primitive und grobe Sprachen. Sie klingen auch ganz anders als Französisch und Italienisch. Franzosen drücken den Stolz auf ihre Sprache gern in diesem Bonmot aus: 

      Les Allemands croassent. (Die Deutschen krächzen.)                                                                                                                                                   Les Italiens chantent. (Die Italiener singen.)                                                                                                                                                                     Les Français parlent. (Die Franzosen sprechen.)

Bekanntlich wurde die soeben beschriebene Rolle der französischen Sprache von Englisch übernommen, das ab dem 19. Jahrhundert zur Weltsprache wurde. Entscheidende Gründe dafür waren die Expansion des britischen Empires und der wirtschaftliche und politische Aufstieg der USA zur Weltmacht.

Nun zurück zum „Denglisch“ -  Drei weitere abschreckende Beispiele:

1) In der englischen Aufbauanleitung meines Gerätehäuschens wurde „Rückseite“ mit „backside“ übersetzt. Das bedeutet „Hintern“ oder „A …“. Ich wies den österreichischen Produzenten auf diesen Fehler hin. Er hatte den deutschen Text selber übersetzt und ließ auf meinen Rat hin die englische Bauanleitung von einem Engländer korrigieren.

2) Auf Tapetenrollen fand ich den Hinweis: „hanging tips on the backside“. Der Begriff „hanging tips" bezieht sich auf das Aufhängen von Kunstwerken an einer Wand, aber nicht auf das Kleben von Tapeten. 

3) Die Hauptverkehrstraße Rodigallee in Hamburg-Wandsbek wurde vor einigen Jahren aufgegraben, um neue Leitungen für das Internet zu verlegen. Auf einem Baufahrzeug prangte der Schriftzug „Raising communication onto a higher level.“ Das nahmen die Installateure wohl wörtlich, denn sie hoben eines der Kommunikationskabel so hoch, dass es beschädigt wurde. Alle Patienten im Ärztehaus „east medical" mussten die Praxen verlassen, weil das Internet ausfiel und nicht mehr auf die Patientendateien zugegriffen werden konnte. Warum das Ärztehaus einen englischen Namen trägt und keinen deutschen, weiß ich nicht.

Nun hoffe ich, dass meine Bemerkungen den Leserinnen und Lesern meiner Homepage voll den Kick geben.

Entschuldigung, das war ein Relapse, nein ich meine Rückfall in das dumme denglische Neudeutsch. Ich wollte sagen: ich hoffe, dass meine satirischen Anmerkungen dazu beitragen, dummes Denglisch durch deutsche Ausdrücke zu ersetzen.

Empfehlenswerte Bücher in meiner Bibliothek:

- Ehmann, Hermann (2001): Voll konkret. Das neueste Lexikon der Jugendsprache. München: Beck (Beck'sche Reihe, 1406).

- Heygen, Heinz G.; Küttner, Wolfgang P. (1987): English for Runaways. Englisch für Fortgeschrittene. Frankfurt am Main: Goldmann.

- Bruno, Rainer (1995): English light. Das coole Wörterbuch für den Small-Talk. Frankfurt am Main: Eichborn.

- Henscheid, Eckhard (1987): Dummdeutsch. Ein satirisch-polemisches Wörterbuch. Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch.

Obwohl diese Bücher schon vor einigen Jahren veröffentlicht wurden, haben sie nichts von ihrer Aktualität verloren. Ich amüsiere mich immer wieder über die „voll krassen Ausdrücke“, die die Autoren aufgespießt haben.

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