Nr. 47: Das Krankenzimmer unseres Gymnasiums

Das Krankenzimmer unseres Gymnasiums befand sich unmittelbar hinter dem Haupteingang rechts. Dort waren auch die Zimmer der Schulleiterin, ihres Stellvertreters, das Sekretariat und das Lehrerzimmer untergebracht.

Empfehlenswerter Link zu Informationen über ein Krankenzimmer:

https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=SKrankenzimmer+in+Schule&dlnr=1&sei=S1D_aLyrGqOD9u8P-oyDoQI    [ Seite aufgerufen am 27.10.2025 ]

Es kam immer wieder vor, dass ein Unfallwagen gerufen werden musste, weil sich ein Schüler oder eine Schülerin in unserem Gymnasium verletzt hatte. Da gab es die sinnvolle Vereinbarung, dass unsere Sekretärin jemanden aus dem Lehrerzimmer beauftragte, schnell vor den Haupteingang zu laufen, den Rettungskräften den Weg zum Krankenzimmer zu zeigen und sie über den Unfall zu informieren.

Beispiele für Verletzungen: 

Beispiel 1:

Eine Schülerin - 14 oder 15 Jahre alt - kam viel zu spät zur Schule, aus welchem Grund auch immer. Sie rannte im Unter-geschoss unseres Gymnasiums viel zu schnell den Flur entlang zu ihrem Klassenzimmer, so dass sie nicht rechtzeitig vor den Schwingtüren bremsen konnte und gegen sie prallte. Diese Schwingtüren hatten einen metallenen Rahmen und einen Glaseinsatz. Die Schülerin schnitt sich beide Handgelenke auf und drohte zu verbluten. 

Unsere Schulsekretärin wurde schnell informiert und wählte mit 112 den Notruf. Nach wenigen Minuten kam ein Rettungs-hubschrauber und wollte neben der Turnhalle landen. Dort unterrichtete gerade ein Sportlehrer. Das Geräusch des Trieb-werks war sehr laut. Ich hatte eine Freistunde, rannte zu meinem Kollegen, brüllte ihn an und gestikulierte, er solle mit seiner Sportgruppe sofort den Platz verlassen. Der Rettungshubschrauber landete. Mit den Notfallsanitätern rannte ich zu unserem Krankenzimmer und infomierte sie über den Unfall. Die Schülerin wurde verbunden, dann in ein spezielles Unfall-krankenhaus geflogen und gerettet.

Wie bei solchen Unfällen üblich, war inzwischen auch ein Peterwagen eingetroffen - so werden im Volksmund in Hamburg die Einsatzfahrzeuge der Polizei genannt, vermutlich wegen des Funkrufnamens. Die beiden jungen Polizisten hatten zwar schon viele Unfalllopfer gesehen, aber als sie das stark blutende Mädchen erblickten, wurden sie vor Schreck sehr bleich und waren schwer erschüttert. Unsere Schulsekretärin, deren Sohn ebenfalls Polizist war, sagte zu ihnen mütterlich: "Jungs, kommt erstmal in mein Büro und trinkt einen Cognac." Das half umgehend. Unsere erste Schulsekretärin war übrigens mit unserem Hausmeister verheiratet.

Beispiel 2:

Ein Schüler aus einer 6. Klasse hasste den Sportunterricht in der Turnhalle. Es ist kein Witz, sondern wirklich wahr: Er schob eines Tages seine rechte Hand in den Spalt zwischen der Turnhallentür und dem Türrahmen. Dann zog er die Tür zu, so dass seine Hand gequetscht wurde. Das war ein klarer Fall von Selbstverstümmelung. Dann zeigte er dem Sportlehrer seine beschädigte Hand, so dass er vom Sportunterricht befreit wurde.

Ich weiß nicht, ob unsere Schulleitung den Erziehungsberechtigten des Jungen empfahl, einer Beratungsstelle der Ham-burger Schulbehörde den Fall zu schildern, um damit dem Jungen zu helfen.

Dieser Junge war, um es vorsichtig auszudrücken, psychisch nicht in Ordnung. Am Ende der 4. Klasse war er nicht für das Gymnasium empfohlen worden. Seine schulischen Leistungen in der zweijährigen Beobachtungsstufe unseres Gymna-siums bestätigten diese Bewertung, so dass er nicht auf dem Gymnasium bleiben konnte. 

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