Nr. 46: Meine Erfahrungen mit Handwerkern
Im Laufe der Jahre habe ich gute, leider aber auch schlechte Erfahrungen mit Handwerkern gemacht.
Schlechte Erfahrungen:
1) Unser Reihenhaus wurde Anfang der siebziger Jahre gebaut. Es wurde vom Bauherrn vermietet. Als die ersten Mieter in einen anderen Stadtteil umzogen, mieteten wir das Reihenhaus. Später kauften wir es. Nach dem Bau wurde die Keller-treppe nicht abgenommen, musste neu gebaut werden.
Wohin mit dem Bauschutt? Ein Teil, darunter auch eine ganze Treppenstufe, wurde hinter dem Garten auf das Gemein-schaftsgrundstück gekippt. Der größere Teil des Bauschutts wurde unter der Kellertreppe gestapelt und davor eine Mauer errichtet.
Das alles bemerkte der Bauherr nicht, weil er in einer weit entfernten Stadt wohnte und sich die Baumaßnahmen nicht ansehen konnte.
Der Abfluss im Waschraum im Keller war mehrmals verstopft und musste aufgebohrt werden. Warum? Es ist unglaublich, aber wahr: der restliche flüssige Beton wurde nach dem Neubau der Kellertreppe von den Maurern in den Abfluss gekippt !
2) Pfusch bei der Beschichtung des Dachs --> siehe meine Beobachtung "Nr. 22: Dachbeschichtung".
3) Noch schlimmerer Pfusch folgte 2010 bei der Neueindeckung unseres Reihenhauses. Dabei wurden schwere Fehler gemacht --> siehe meine Beobachtung „Nr. 23: Tango".
Der Dachdecker überredete meine Nachbarn und mich - wir waren zu leichtfertig, gutgläubig und ahnten nichts Böses -, ein gemeinsames Stahldach zu montieren. Er sagte uns aber nicht, dass ein solches Dach für Kuhställe, Garagen und Schuppen geeignet war, aber nicht für ein Reihenhaus. Außerdem ließ er Veluxfenster einbauen, die für unsere Reihen-häuser nicht geeignet waren. Die Folge waren undichte Dächer und Nässeschäden in beiden Häusern.
Wir zeigten diesen Betrüger nicht an, weil wir wussten, dass es sehr lange dauern würde, bis ein Gericht ein Urteil fällen würde. Wie bereits erwähnt, wurden beim Bau der Reihenhäuser schwere Fehler gemacht. In vielen Häusern gab es Nässeschäden. Daraufhin verklagten die Eigentümer die Baufirma. Erst nach 10 Jahren (!) wurde ein Urteil gefällt, und die Eigentümer erhielten Geld von der Baufirma.

Gute Erfahrungen:
1) Mehrmals arbeitete ein Elektromeister in meinem Reihenhaus. Er war nicht nur sehr kompetent, sondern auch sehr humorvoll, denn er verriet mir, dass er sich jedes Jahr einmal gegen 10 000 Volt impfen lasse.
2) Alle Maler, die wir engagierten, arbeiteten sehr zuverlässig.
3) Im Oktober 2025 montierten Zimmerer auf meinem und dem benachbarten Haus ein gemeinsames neues Dach. Diese Handwerker arbeiteten sehr sorgfältig. Diese Firma wurde uns von einem Bekannten meiner Nachbarn empfohlen.
Da ich leider einige Male schlechte Erfahrungen mit Handwerkern machte, beauftragte ich danach nur noch Handwerker, die mir von vertrauenswürdigen Mitmenschen empfohlen wurden.

Schwarzarbeit:
Bekanntlich gibt es auch unter Handwerkern Betrüger, die anbieten, Arbeiten ohne Rechnung duchzuführen. Das ist Schwarzarbeit und nicht nur für den Handwerker riskant, sondern auch für den Auftraggeber, der sich strafbar macht, wenn er der Schwarzarbeit zustimmt. Außerdem ist es sehr riskant, weil er auf die gesetzliche zweijährige Gewährleistung verzichtet, also auf die kostenlose Behebung von Mängeln.
Zwei Internetartikel zur Schwarzarbeit:
1) „Schwarzarbeit
Bezeichnung für Arbeitsleistungen, die erbracht werden, ohne dass der gesetzlichen Anmelde- und Steuerpflicht nach-gekommen wird. Schwarzarbeit ist eine Ordnungswidrigkeit und kann beim Schwarzarbeiter und beim Auftraggeber mit einer Geldbuße bis zu 300 000 € geahndet werden, wenn ihr Umfang erheblich ist und Gewinnsucht vorliegt. Nicht zur Schwarzarbeit zählen z. B. Arbeitsleistungen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe oder der Selbsthilfe als Heimwerker (do it yourself).
Die Schwarzarbeit ist in den vergangenen Jahren in nahezu allen Industrieländern erheblich gestiegen. Besonders im handwerklich-gewerblichen Bereich und bei den Dienstleistungen liegt ein Schwerpunkt der Schwarzarbeit, wobei persönlich erbrachte Arbeitsleistungen wie Bauarbeiten und -renovierungen, Reparaturen, Schreibarbeiten, Nachhilfe-stunden oder Gartenarbeiten im Vordergrund stehen. Dem Staat und den Sozialversicherungsträgern gehen durch »schwarz« abgerechnete Arbeiten jährlich Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge in Milliardenhöhe verloren.
Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016. "
Internetlink: https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20573/schwarzarbeit/
[ Seite aufgerufen am 24.10.2025 ]
2) „Schwarzarbeit
Gesamtschaden in 2024 beträgt offenbar 766 Millionen Euro
Der Jahresbericht des Zolls schätzt den Schaden im vergangenen Jahr deutlich höher als im Vorjahr. Finanzminister Lars Klingbeil will intensiver gegen das Problem vorgehen.
03.06.2025 - 04:43 Uhr aktualisiert "
Internetlink: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schwarzarbeit-gesamtschaden-in-2024-betraegt-offenbar-766-millionen-euro/100132573.html
Seite aufgerufen am 24.10.2025
