Nr. 41: Die Planstelle

Freitag, 14. Februar 2014 Ort: Im Fischgeschäft

Zwei Polizisten warten vor dem Geschäft, ein Polizist wird vor mir bedient. Er möchte gern seinen Lieblingssalat kaufen. Doch leider ist er heute nicht geliefert worden. Der Polizist sagt: „Schade! Dann muss ich doch verhungern."

Ich versuche ihn mit den Worten zu trösten: „Das hätte auch seine gute Seite. Die jungen Kollegen würden sich freuen, wenn eine Planstelle frei wird.“ Der Polizist schaut mich reichlich verdattert an. Ich frage ihn vorsichtshalber: „Verhaften Sie mich jetzt?“ Mit einem leichten Anflug eines Lächelns verneint er meine Frage.

Draußen vor dem Geschäft muss er dann sein Erlebnis gleich seinen beiden Kollegen erzählt haben, denn sie lachen laut. 

Am Montag darauf werde ich von einem Nachbarn auf den Garagenhof gerufen, weil einige Garagen aufgebrochen wurden. In meine Garage kamen die Spitzbuben nicht. Aber sie verbeulten die Tür. Ein Nachbar hatte bereits die Polizei gerufen, um den Einbruch für die Versicherung amtlich bestätigen zu lassen. Ein Peterwagen – so heißen in Hamburg die Streifenwagen der Polizei – fährt auf den Garagenhof, und wer steigt aus? Es ist der Polizist, den ich im Fischgeschäft „angepflaumt“ hatte. Die Nachbarn stellen sich vor, und ich sage zu dem Ordnungshüter: „Wir kennen uns ja schon.“ Er antwortet mit gespielter Entrüstung und zähneknirschend: „Oh, ja!"

Was war das für ein Gegensatz zu den Polizisten, die ich als Kind in der DDR kennenlernte. Wir hatten Angst vor den Vopos (Volkspolizisten), die wir „Blitzer“ nannten. Warum, weiß ich leider nicht. Die „Blitzer“ waren gewöhnlich sehr ruppig zu den Erwachsenen und schnauzten auch uns Kinder im ruppigen Befehlston an. 

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