Nr. 37: Der Mallnitzus ascendens
Der Mallnitzus ascendens und der Bildhauer
- Eine Bildergeschichte -




1: Junger Alpinist
Maler: Roland May
Erschaffung dieses Gemäldes: November 2011
Dieses Werk fällt somit in die späte Schaffensperiode des Malers. Dieses vorher weitgehend unbekannte Werk macht er jetzt erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.
Thema dieses Gemäldes: „Mallnitzus ascendens“:
Der gemalte Eingeborene, ein junger sitzender Alpinist, gehört zur Gattung „Homo alpinus“ und in ihr zur Familie „Mallnitzus ascendens“ („der Mallnitzer Kletternde").
Die Stammeszugehörigkeit dokumentiert dieser Nachwuchsalpinist stolz durch seinen prächtigen Federschmuck am Hut.
May kennt den „Mallnitzus ascendens“ seit 1969 von seinen jährlichen Besuchen. Das Wesen sowie die Sitten und Gebräuche dieses Eingeborenen sind dem Maler dank intensiver Beobachtungen und Studien bestens vertraut.
Körperbau: Der „Mallnitzus ascendens“ ist kräftig, gedrungen und nur mäßig behaart. Hochalpine Exemplare erreichen durchaus eine stattliche Körpergröße von 175 cm. Er ist zäh, ausdauernd, wetterfest und winterhart.
Der „Mallnitzus ascendens“ zeichnet sich durch seine außerordentliche Steig- und Kletterfähigkeit aus.
Charakter: Begegnet man erstmals dem „Mallnitzus ascendens“, dann fremdelt er. Lernt man ihn näher kennen, verliert er bald seine Scheu, wird zutraulich und handzahm. Er führt dann gern Touristinnen an der Hand sicher über sehr steile Blockfelder.
Lebensraum und Lebensgewohnheiten: Der „Mallnitzus ascendens“ verbringt den Sommer in der Mallnitzer Gebirgsregion in großer Höhe oberhalb der Baumgrenze und konkurriert dort mit dem Alpenmurmeltier (Marmota marmota) und dem Steinbock (Capra ibex). Bei gutem Wetter sieht man den „Mallnitzus ascendens“ auf Blockfeldern, trockenem Felsschutt - gelegentlich wurde er dort in Felsschuttgesellschaften beobachtet - und auch auf kargen Kalkböden. Auch wurde er schon auf Karfluren nachgewiesen. Bei Gefahr flieht der „Mallnitzus ascendens“ mit einem schrillen Warnruf, bei Experten auch als „Dösental-Jodler“ bekannt, in seinen Bau. Im Sommer ernährt sich der „Mallnitzus ascendens“ überwiegend von frischen Alpenkräutern und Almkäse, gern auch Wurstsemmeln der Touristen. Wiederholt wird berichtet, dass er ganze Käseräder in seinen Bau rollt. Im Tausch für frische Alpenkräuter erhält er diese Käseräder von den Sennerinnen, die [ siehe Anmerkung unten ] in Größe, Aussehen und Gewicht der von der EU beschlossenen "Käseverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. April 1986 (BGBl. I S. 412), die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom 17. Dezember 2010 (BGBl. I S. 2132) geändert worden ist" nicht entsprechen und daher keine anderen Abnehmer (nicht einmal Billa) fänden.
Im Winter bevorzugt der „Mallnitzus ascendens“ Heu und Käsesemmeln. Mit dem Almabtrieb verlässt der „Mallnitzus ascendens“ gewöhnlich rechtzeitig vor dem Wintereinbruch sein Revier in den Bergen und steigt in den Ort Mallnitz hinab, um dort den Winter zu verbringen.
Einige Exemplare verdingen sich dann als Skilehrer und können zur Untermiete wohnen. Andere werden in Heustadeln und Kuhställen geduldet. Das Balz- und Paarungsverhalten ist noch weitgehend unerforscht, dürfte aber dem der Mallnitzer Skilehrer ähneln, die den alteingesessenen Familien entspringen.
Der „Mallnitzus ascendens“ steht unter dem besonderen Artenschutz des Österreichischen Nationalparks und des Österreichischen Alpenvereins.

Interpretationshilfe:
Man beachte den ausgesprochen freundlichen Gesichtsausdruck des jungen Alpinisten, der gerade auf den nächsten Auftrag wartet. Dieser Bub hat offensichtlich noch keine bösen Erfahrungen mit einem Preußen oder Piefke gemacht. Der Rucksack - hier in seiner hochalpinen Ausprägung mit Bergseil - deutet auf die sommerliche Haupttätigkeit des „Mallnitzus ascendens“ hin. Im Sommer arbeitet er gern als Bergführer und wird wegen seiner Trittsicherheit und Ortskenntnis allseits geschätzt.
Anmerkung: Um Missverständnissen vorzubeugen: die Käseräder sind gemeint, nicht die Sennerinnen. Es gibt noch keine EU-Verordnung für Größe, Aussehen und Gewicht der Sennerinnen.





Sag mal, wie geht's eigentlich unserem Ascendens nach dem schrecklichen Vorfall in der Gemäldegalerie?
Jetzt sehe ich ihn auch. Der hat es aber wieder sehr eilig.

Da oben ist er doch. Er ist über den Berg.
Nachtrag und Klarstellung:
Einige Touristen, die dem Mallnitzus ascendens begegnet sind, halten ihn für den Yeti. Er ist es aber nicht, obwohl er ihm ähnelt.
Wenn man im Winterhalbjahr auf der Mittelstation der Seilbahn umsteigt, kann man bei Sonnenschein den echten Yeti sehen.
Er wirft einen stark vergrößerten Schatten auf die Felsen unterhalb der Maresenspitze in Mallnitz. Irgendwann hat jemand aus unserer Skifahrergruppe den Schatten am Berg so genannt. Es gibt den Yeti sogar zweimal.
Meine Aufnahme stammt vom Frühjahr 2011.

